Eine Reise in Erinnerung an einen besonderen Menschen

Auf Andys Spuren

Ibiza & Formentera — Ort für Ort

Andreas Nitschmann, genannt Opa Guvna, mit seinem Freund James auf Ibiza

Es gibt Orte, die man besucht — und es gibt Orte, die man in sich trägt, lange nachdem man wieder fort ist. Ibiza und Formentera gehören zur zweiten Art. Sie legen sich dir auf die Haut wie die warme Abendluft, sie bleiben in deiner Nase als Duft von Pinien und Salz, sie kehren in deine Träume zurück als das Türkis eines Wassers, das es anderswo nicht gibt. Wer einmal hier war, versteht, warum manche Menschen jedes Jahr wiederkommen — und warum andere eines Tages einfach bleiben.

Die große Reise auf dieser Seite erzählt dir die Seele dieser Inseln, Ort für Ort, mit all ihren Geschichten. Dieser Guide hier ist etwas anderes: Er macht dich bereit für sie. Er beantwortet die Fragen, die man sich vor jeder Reise stellt — wann ist die schönste Zeit zu kommen, wie findet man sich zurecht, was sollte man wissen, bevor man aufbricht. Praktisch und ehrlich, ohne Schnörkel, aber niemals ohne Herz.

Zusammengestellt mit jener ruhigen Hingabe, mit der auch Andy diese Inseln kannte und liebte — nicht als flüchtiger Gast, sondern als einer, der jede Landstraße, jede stille Bucht und jeden Sonnenuntergang in sein Herz geschlossen hatte. Lass dich an die Hand nehmen. Deine Reise beginnt genau hier, mit der vielleicht schönsten aller Fragen: Wann soll es losgehen?

Die Ankunft

Der erste Atemzug Inselluft

Dabei ist dieses Tor zur Welt jünger, als man denkt. Dort, wo heute Millionen ankommen, lag einst nur ein staubiges Feld an einem Ort namens Es Codolar, im Südwesten der Insel. Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs wurde es als militärisches Flugfeld angelegt — sonst nichts.

Am 13. August 1949 öffnete sich Es Codolar zum ersten Mal für zivile Flüge, und der Platz bekam seinen katalanischen Namen: Aeroport d'Eivissa. Doch es fehlte an allem — schon zwei Jahre später musste er wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse und fehlender Ausstattung wieder schließen. Die große Welt musste noch warten.

Erst 1954 war das Enteignungsverfahren abgeschlossen, und im Sommer 1958 hoben die ersten Linienflüge ab — mit der Fluglinie Aviaco, von Ibiza nach Palma und nach Barcelona. Ein alter Kontrollturm wurde eigens vom Flughafen Palma abgebaut und nach Ibiza gebracht. So bescheiden begann die Öffnung der Insel.

Der entscheidende Tag aber war der 15. Juli 1966: Von da an flog die ganze Welt direkt an. Internationale Flüge, Zoll, rund um die Uhr — und mit ihnen kamen die Träumer, die Tänzer, die Suchenden und die Freigeister, die Ibiza zu dem machten, was es heute ist. Der Flughafen trägt seinen vollen Namen seither mit Stolz: Aeroport d'Eivissa Sant Josep.

Heute ist er das pulsierende Herz der Ankunft — über neun Millionen Menschen atmen hier Jahr für Jahr ihren ersten Hauch Inselluft, nur rund sieben Kilometer vom alten Hafen der Hauptstadt entfernt. Und doch fühlt sich dieser Moment für jeden Einzelnen an wie das erste Mal.

Unzählige Male ist Andy hier gelandet und wieder aufgebrochen — zwischen Berlin, wo er seinen Traum vom Schauspiel lebte, und Ibiza, der zweiten Heimat, die ihn nie ganz losließ. Für ihn war der Flug auf die Insel kein Urlaub, sondern eine Rückkehr. Jedes Mal, wenn sich die Tür öffnete und die warme Luft hereinströmte, war er wieder daheim.

Gut zu wissen

Name
Aeroport d'Eivissa Sant Josep (IBZ)
Ort
Es Codolar, Gemeinde Sant Josep, ca. 7 km südwestlich von Eivissa
Erste Zivilflüge
13. August 1949
Linienverkehr
ab 1. April 1958 (Aviaco)
International
seit 15. Juli 1966
Passagiere
über 9 Millionen pro Jahr

Auf Andys Spur

Unzählige Male ist Andy hier gelandet und wieder aufgebrochen — zwischen Berlin, wo er seinen Traum vom Schauspiel lebte, und Ibiza, der zweiten Heimat, die ihn nie ganz losließ. Für ihn war der Flug auf die Insel kein Urlaub, sondern eine Rückkehr. Jedes Mal, wenn sich die Tür öffnete und die warme Luft hereinströmte, war er wieder daheim.

Die große Schwester

Ibiza — die weiße Insel

Von hier aus beginnt die eigentliche Reise. Ibiza ist laut und leise zugleich, heilig und wild, uralt und ewig jung. Eine Insel, die in einer einzigen Nacht dein Herz stehlen kann — und die Andy nie wieder losgelassen hat. Lass uns ihr folgen, im Uhrzeigersinn, von Ort zu Ort.

Die Hauptstadt

Eivissa & Dalt Vila

Die Phönizier gründeten hier ihre Niederlassung — nach gesicherter Überlieferung im Jahr 654 v. Chr. — und nannten sie Ibosim. Nach ihnen kamen Karthager, Römer, Araber und Katalanen, und jedes Volk hinterließ seinen Fingerabdruck. Über 2.500 Jahre ununterbrochene Geschichte sind hier in Stein geschrieben. Die gewaltigen Renaissance-Mauern mit ihren sieben Bollwerken, zwischen 1554 und 1585 von italienischen Ingenieuren gegen die osmanischen Angriffe errichtet, umschließen die Oberstadt noch heute vollständig.

Am 4. Dezember 1999 erklärte die UNESCO Dalt Vila zum Weltkulturerbe — gemeinsam mit der pönischen Nekropole von Puig des Molins, der phönizischen Siedlung Sa Caleta und den Posidonia-Wiesen im Meer, unter dem schönen Titel „Ibiza, Biodiversität und Kultur“. Wer durch das große Tor Portal de Ses Taules tritt, spürt sofort die Zeitlosigkeit dieses Ortes.

Unten, am Hafen und im Viertel Sa Penya, schlägt dagegen das moderne Herz der Stadt: Boutiquen, Bars, der legendäre Trubel der Sommernächte. Oben die Ewigkeit, unten das Leben — das ist Eivissa.

Die Hauptstadt war Andys Bühne wie die ganze Insel: Hier schlug das Nachtleben, das er liebte, hier zog er — offen und freundlich zu jedem — durch die Gassen und über den Hafen. Dalt Vila bei Nacht, die Lichter des Hafens unter sich: Es ist leicht, sich Andy hier vorzustellen, mittendrin im Leben, das er mit beiden Armen umarmte.

Gut zu wissen

Name
Eivissa (katalanisch), von phönizisch „Ibosim“ — dem Gott Bes geweiht
Gegründet
654 v. Chr. durch die Phönizier
UNESCO-Welterbe
seit 4. Dezember 1999
Wahrzeichen
Kathedrale Santa Maria, Renaissance-Mauern, Portal de Ses Taules
Am schönsten
zum Sonnenuntergang auf den Mauern — und im Frühling ohne Menschenmassen

Auf Andys Spur

Die Hauptstadt war Andys Bühne wie die ganze Insel: Hier schlug das Nachtleben, das er liebte, hier zog er — offen und freundlich zu jedem — durch die Gassen und über den Hafen. Dalt Vila bei Nacht, die Lichter des Hafens unter sich: Es ist leicht, sich Andy hier vorzustellen, mittendrin im Leben, das er mit beiden Armen umarmte.

Die Stadt am Fluss

Santa Eulària des Riu

Ihren Namenszusatz „des Riu“ — am Fluss — verdankt die Stadt einer echten Besonderheit: dem Riu de Santa Eulària, dem einzigen Fluss der gesamten Balearen. Nur rund 17 Kilometer lang, trieb er einst die Mehlmühlen am Fuße des Kirchbergs an und bewässerte die fruchtbaren Gärten der Umgebung. Unter den Mauren hieß die wasserreiche Gegend Xarc.

Über allem thront das Wahrzeichen: die strahlend weiße Wehrkirche auf dem Puig de Missa, dem 66 Meter hohen Kirchberg. Nach der Reconquista errichtet und im 16. Jahrhundert zur Festung ausgebaut, bot sie den Menschen Schutz vor den Piraten, die das Mittelmeer unsicher machten. Von hier oben hat man den schönsten Blick über die Stadt, das Meer und das alte Flussbett. Und wer durch die Altstadt schlendert, findet die legendäre alte Steinbrücke, den Pont Vell — die der Sage nach der Teufel in einer einzigen Nacht erbaut haben soll.

In Santa Eulària arbeitete Andy ab 2001 als Kellner im Restaurant Quatro Pinos an der Promenade, direkt am Meer — und wie überall war er auch dort schnell beliebt, wegen seines Fleißes und seines herzlichen Wesens. Und ganz in der Nähe, in den Clubs Punta Arabí und Delfín, lebte er seine natürlichste Bühne aus: als Animateur, der die Gäste zum Strahlen brachte. Dies war das Herz von Andys Ibiza.

Gut zu wissen

Name
„des Riu“ = am Fluss — nach dem einzigen Fluss der Balearen
Besonderheit
zweitgrößte Gemeinde Ibizas, ca. 40.000 Einwohner
Wahrzeichen
Wehrkirche auf dem Puig de Missa (16. Jh.), Pont Vell
Fest
Santa Eulària am 12. Februar & am ersten Sonntag im Mai
Am schönsten
Abendspaziergang über die Promenade zum Yachthafen

Auf Andys Spur

In Santa Eulària arbeitete Andy ab 2001 als Kellner im Restaurant Quatro Pinos an der Promenade, direkt am Meer — und wie überall war er auch dort schnell beliebt, wegen seines Fleißes und seines herzlichen Wesens. Und ganz in der Nähe, in den Clubs Punta Arabí und Delfín, lebte er seine natürlichste Bühne aus: als Animateur, der die Gäste zum Strahlen brachte. Dies war das Herz von Andys Ibiza.

Sein Zuhause

Sant Carles de Peralta

In den 1960er-Jahren wurde San Carlos berühmt: Die Blumenkinder kamen, verliebten sich in die schöne, stille Umgebung und zogen in alte Bauernhäuser, die Fincas — oft ganz ohne Strom und fließendes Wasser. Ihr Treffpunkt war die legendäre Bar Anita neben der Kirche, denn dort stand das einzige Telefon des Dorfes. Bis heute hängen dort die hölzernen Postfächer an der Wand, an denen die Menschen vom Land ihre Post abholen, und die Familie Anita braut ihren eigenen Hierbas-Kräuterlikör seit über hundert Jahren.

Einen Kilometer vor dem Dorf, Richtung Santa Eulària, liegt die zweite Legende: Las Dalias. 1954 von Juanitos Vater als Straßenbar gegründet, entstand hier 1985 mit nur fünf Ständen der Hippiemarkt, der heute als der ursprünglichste und schönste der Insel gilt. An einem Samstag im August drängen sich bis zu 15.000 Besucher zwischen den über 250 bunten Ständen. Ein Ort voller Farbe, Musik und Träume.

Hier, in einem kleinen Haus bei San Carlos, lebte Andy gemeinsam mit Susana — jenem Haus, das für viele Jahre sein wahres Zuhause werden sollte. Gleich gegenüber lag die typisch ibizenkische Bar Can Curreu, seine Stammkneipe, in der er über die Jahre unzählige Cafés con Leche trank und zum Freund des Wirts wurde. Wenig besaß er, und brauchte doch nie viel — hier, im stillen grünen Herzen der Insel, war er reich.

Gut zu wissen

Name
Sant Carles de Peralta (katalanisch), San Carlos (spanisch)
Berühmt für
ursprüngliches Hippiedorf, Bar Anita, Hierbas-Likör
Las Dalias
Hippiemarkt seit 1985, jeden Samstag das ganze Jahr
Kirche
Sant Carles de Peralta, 18. Jahrhundert
Am schönsten
Samstag auf Las Dalias — und ein Hierbas auf Eis bei Anita

Auf Andys Spur

Hier, in einem kleinen Haus bei San Carlos, lebte Andy gemeinsam mit Susana — jenem Haus, das für viele Jahre sein wahres Zuhause werden sollte. Gleich gegenüber lag die typisch ibizenkische Bar Can Curreu, seine Stammkneipe, in der er über die Jahre unzählige Cafés con Leche trank und zum Freund des Wirts wurde. Wenig besaß er, und brauchte doch nie viel — hier, im stillen grünen Herzen der Insel, war er reich.

Der Sonnenuntergang

Sant Antoni de Portmany

Zweitausend Jahre lang war Sant Antoni nur ein kleines Fischerdorf. Schon die Römer gaben ihm seinen Beinamen Portmany — vom lateinischen Portus Magnus, dem „großen Hafen“, so beeindruckt waren sie von der weiten, geschützten Bucht. Erst mit dem Tourismus-Boom ab den späten 1950er-Jahren wuchs der Ort rasant — heute ist er Ibizas zweitgrößte Stadt und ein Magnet für junge Nachtschwärmer aus ganz Europa.

Die Legende des Sunset Strip begann 1980 mit dem Café del Mar, das als Erstes das Naturschauspiel mit sanfter Chill-out-Musik untermalte — und damit einen ganzen Klang, einen ganzen Lebensstil erfand. 1994 kam gleich nebenan das Café Mambo hinzu, und bald reihten sich Savannah, Mint und viele mehr an der Promenade auf. Am großen Kreisverkehr am Hafen steht seit 1992 das weiße Wahrzeichen der Stadt: das monumentale Kolumbus-Ei mit der Karavelle Santa María in seinem Inneren — errichtet zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas, denn eine ibizenkische Legende behauptet, Kolumbus sei hier geboren.

Die Sonnenuntergänge waren Andys Element. Er, der das Tanzen und das Licht so liebte, kannte diese Abende — wenn die Musik leiser wird, die Sonne das Meer berührt und für einen Moment alle Menschen dasselbe fühlen. Der König des ibizenkischen Tanzes und der berühmteste Sonnenuntergang der Insel: Es ist unmöglich, hier zu stehen und nicht an ihn zu denken.

Gut zu wissen

Name
Portmany, von römisch „Portus Magnus“ = großer Hafen
Berühmt für
den Sunset Strip — einer der schönsten Sonnenuntergänge der Welt
Legenden
Café del Mar (1980), Café Mambo (1994), Kolumbus-Ei (1992)
Schönste Buchten
Cala Salada, Cala Bassa, Cala Comte (Cala Conta)
Am schönsten
eine Stunde vor Sonnenuntergang einen Platz an der Promenade sichern

Auf Andys Spur

Die Sonnenuntergänge waren Andys Element. Er, der das Tanzen und das Licht so liebte, kannte diese Abende — wenn die Musik leiser wird, die Sonne das Meer berührt und für einen Moment alle Menschen dasselbe fühlen. Der König des ibizenkischen Tanzes und der berühmteste Sonnenuntergang der Insel: Es ist unmöglich, hier zu stehen und nicht an ihn zu denken.

Der magische Süden

Sant Josep de sa Talaia

Doch das wahre Herz von Sant Josep liegt vor der Küste: Es Vedrà, der 400 Meter aus dem Meer ragende Kalkfelsen, um den sich mehr Mythen ranken als um jeden anderen Ort der Insel. Angeblich einer der magnetischsten Punkte der Erde, Sirenenfelsen aus Homers Odyssee, heiliger Ort — von der Bucht Cala d'Hort aus bietet er den vielleicht schönsten Anblick Ibizas, besonders zum Sonnenuntergang. 1999 demonstrierten elftausend Menschen gegen die Bebauung dieser Küste; 2002 wurde sie als Naturpark für immer geschützt.

Rundherum liegen die träumerischsten Buchten der Insel — Cala Comte mit ihrem türkisen Wasser und den vorgelagerten Inselchen, Cala Bassa, Cala Tarida, Cala Vedella — und versteckte Fischerbuchten wie Sa Caleta, wo die Phönizier im 7. Jahrhundert v. Chr. ihre erste Siedlung errichteten (heute UNESCO-Welterbe). Hier, zwischen Pinienwäldern und Salzseen, schlägt das ursprüngliche Herz Ibizas.

Wer Ibiza so liebte wie Andy, der liebte auch diese stillen, magischen Orte. Zwischen Punta Arabí im Osten und den Pinienwäldern des Südens kannte er die Insel in all ihren Stimmungen — die laute und die leise, die tanzende und die täumende. Es Vedrà im Abendlicht ist genau die Art von Schönheit, für die Andy lebte.

Gut zu wissen

Name
nach dem Berg Sa Talaia (475 m) — höchster Punkt der Pityusen
Das Mysterium
Es Vedrà — der magische Felsen vor der Küste
Schönste Buchten
Cala d'Hort, Cala Comte, Cala Bassa, Cala Tarida, Cala Vedella
Geschichte
Sa Caleta — phönizische Siedlung (7. Jh. v. Chr.), UNESCO-Welterbe
Am schönsten
Sonnenuntergang über Es Vedrà von der Cala d'Hort

Auf Andys Spur

Wer Ibiza so liebte wie Andy, der liebte auch diese stillen, magischen Orte. Zwischen Punta Arabí im Osten und den Pinienwäldern des Südens kannte er die Insel in all ihren Stimmungen — die laute und die leise, die tanzende und die täumende. Es Vedrà im Abendlicht ist genau die Art von Schönheit, für die Andy lebte.

Das stille Landesinnere

Die weißen Dörfer

Santa Gertrudis ist das feine, künstlerische Herz-Dorf der Insel: autofreier Dorfplatz, exquisite Cafés, Galerien und das legendäre Bocadillo mit Serrano-Schinken. Sant Joan de Labritja im grünen Norden ist das ruhige, hippie-entspannte Gegenstück zum lauten Westen — mit seinem Samstagsmarkt und einer tiefen Gelassenheit. Sant Miquel de Balansat wacht über den wilden Norden mit seiner schönen Wehrkirche; von hier erreicht man die Trommel-Sonnenuntergänge von Benirràs und die Strände von Portinatx.

Sant Rafel auf halbem Weg zwischen Ibiza-Stadt und Sant Antoni ist das Dorf der Keramik — und beherbergt zugleich zwei der größten Clubs der Welt. Jesús und Puig d'en Valls, nahe der Hauptstadt, sind lebendige Wohnorte mit einem schönen Altarbild beziehungsweise einer alten Windmühle. So vielfältig sind die Dörfer — und alle teilen dieselbe stille Schönheit.

Andy fuhr jeden Morgen 25 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit, quer über die Insel — er kannte diese Landstraßen, diese Dörfer, diese Stille zwischen den Orten wie kaum ein anderer. Fernab der Touristenpfade, zwischen Pinien und Feldern, war auch dieses ruhige, echte Ibiza ein Stück von Andys Welt.

Gut zu wissen

Santa Gertrudis
feines Künstlerdorf, autofreier Platz, berühmte Bocadillos
Sant Joan
grüner, ruhiger Norden, Hippie-Flair, Samstagsmarkt
Sant Miquel
Wehrkirche, Tor zu Benirràs & Portinatx
Sant Rafel
Keramik-Dorf, zugleich Heimat großer Clubs
Jesús & Puig d'en Valls
lebendige Orte nahe der Hauptstadt

Auf Andys Spur

Andy fuhr jeden Morgen 25 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit, quer über die Insel — er kannte diese Landstraßen, diese Dörfer, diese Stille zwischen den Orten wie kaum ein anderer. Fernab der Touristenpfade, zwischen Pinien und Feldern, war auch dieses ruhige, echte Ibiza ein Stück von Andys Welt.

Die Überfahrt

Dreißig Minuten, die alles verlangsamen

Hinter dir bleibt Ibiza zurück: das Pulsieren, die Musik, die Nächte, die niemals enden. Vor dir wächst ein schmaler, flacher Streifen Land aus dem Türkis — und du spürst schon auf dem Schiff, wie dein Atem langsamer wird. Die Schnellfähren von Baleària, Trasmapi, Aquabus und Formentera Lines verkehren das ganze Jahr, im Sommer im Halbstundentakt. Das Wasser unter dem Rumpf wird heller und heller, bis es jene unwirkliche, karibische Farbe annimmt, für die Formentera berühmt ist — das Werk der uralten Posidonia-Seegraswiesen, die hier das Meer zu Glas filtern.

Dann legt das Schiff an in La Savina, dem einzigen Hafen der Insel — dem einzigen Tor zu diesem stillen Paradies. Und in dem Moment, in dem du von Bord gehst, beginnt etwas Neues. Formentera empfängt dich nicht mit Lärm, sondern mit Stille. Willkommen auf der kleinen Schwester.

Diese Überfahrt ist Andy sicher viele Male gefahren — vom Trubel seiner geliebten Insel hinüber in die Ruhe der kleinen Schwester. Wenn Ibiza der Ort war, an dem er tanzte, dann war Formentera der Ort, an dem er atmete. Und der Weg dorthin führte immer über genau dieses leuchtende, türkise Wasser.

Gut zu wissen

Strecke
Hafen Ibiza-Stadt (Eivissa) → La Savina
Entfernung
ca. 10 Seemeilen (rund 19–20 km)
Dauer
mit der Schnellfähre meist ca. 30 Minuten
Anbieter
Baleària, Trasmapi, Aquabus, Formentera Lines
Besonderheit
die Fähre ist der einzige Weg nach Formentera

Auf Andys Spur

Diese Überfahrt ist Andy sicher viele Male gefahren — vom Trubel seiner geliebten Insel hinüber in die Ruhe der kleinen Schwester. Wenn Ibiza der Ort war, an dem er tanzte, dann war Formentera der Ort, an dem er atmete. Und der Weg dorthin führte immer über genau dieses leuchtende, türkise Wasser.

Die kleine Schwester

Formentera — wo die Welt langsamer wird

Nur neunzehn Kilometer lang, flach, wild und wunderschön — Formentera ist alles, was Ibiza nicht ist. Kein Flughafen, keine Superclubs, keine Hektik. Dafür puderweißer Sand, Wasser wie in der Karibik und eine tiefe, heilende Ruhe. Das war Andys andere Insel — die, auf der er zur Ruhe kam. Folgen wir ihr, von La Savina bis zum Leuchtturm am Ende der Welt.

Das Tor

La Savina

Der Name erinnert an die Sabina, den knorrigen Wacholder, der die Insel prägt. Direkt hinter dem Hafen liegen die beiden großen Salzseen, der Estany Pudent und der Estany des Peix — stille Lagunen, in denen Flamingos waten und über denen der Himmel sich spiegelt. Wer hier ankommt, spürt sofort: Das Tempo ist ein anderes.

Gut zu wissen

Name
nach der Sabina (Wacholder), dem Wahrzeichen-Baum der Insel
Bedeutung
einziger Hafen Formenteras — das Tor zur Insel
In der Nähe
die Salzseen Estany Pudent & Estany des Peix
Erster Schritt
Fahrrad oder Roller mieten — so erkundet man Formentera

Das weiße Herz

Sant Francesc Xavier

Rund um den baumbestandenen Dorfplatz reihen sich kleine Läden, Cafés und Kunsthandwerker, es gibt eine der ältesten Kapellen der Balearen und einen bunten Kunsthandwerkermarkt. Hier schlägt das Verwaltungs- und Kulturherz Formenteras — und doch bleibt alles menschlich klein, ruhig, echt. Man setzt sich in ein Café, bestellt einen Kaffee und sieht der Insel beim langsamen Atmen zu.

Gut zu wissen

Bedeutung
Hauptort Formenteras — Verwaltung & Kultur
Wahrzeichen
Wehrkirche aus dem 18. Jahrhundert
Sehenswert
die Kapelle sa Tanca Vella, der Kunsthandwerkermarkt
Am schönsten
ein langsamer Kaffee am Dorfplatz im Schatten der Bäume

Der lebendige Ort

Es Pujols

Hier reihen sich am Abend die berühmten „Hippie-Märkte“ auf, hier isst man frischen Fisch mit den Füßen fast im Sand, hier bleibt man hängen, wenn die Sonne untergeht. Von den alten, weiß gekalkten Fischerhäuschen, den escars, in denen einst die Boote lagen, bis zum entspannten Nachtleben: Es Pujols ist Formenteras lebendigste, geselligste Seite — ohne je ihre Ruhe zu verlieren.

Gut zu wissen

Bedeutung
lebhaftester Ort & Tourismuszentrum Formenteras
Strand
flacher Sandstrand mit seichtem, türkisem Wasser
Sehenswert
die alten Fischerhäuschen (escars), die Abendmärkte
Am schönsten
Abendbummel über die Promenade, frischer Fisch am Meer

Das Hippie-Herz

Sant Ferran de ses Roques

Ihr Herz war die Fonda Pepe, die uralte Dorfpension und Bar, in der die Legende sogar Bob Dylan und Joni Mitchell gesehen haben will. Noch heute atmet Sant Ferran diesen Geist der Freiheit: ein bisschen rauer, ein bisschen echter als der Rest der Insel, mit einer schönen Kirche aus dem 19. Jahrhundert und einer Atmosphäre, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Wer das ursprüngliche Formentera sucht, findet es hier.

Gut zu wissen

Name
„de ses Roques“ = bei den Felsen
Berühmt für
Hippie-Herz der Insel seit den 1960ern, die Fonda Pepe
Atmosphäre
roh, echt, frei — das ursprüngliche Formentera
Am schönsten
ein Abend in der legendären Fonda Pepe

Das Ende der Welt

El Pilar de la Mola

Berühmt ist der große Hippie-Kunsthandwerkermarkt, der hier seit den 1980er-Jahren jeden Mittwoch und Sonntag die Künstler der Insel versammelt. Und am äußersten Rand, wo die Klippen 120 Meter senkrecht ins Meer stürzen, steht der Leuchtturm Far de la Mola — jener Ort, der schon Jules Verne zu einem Roman inspirierte. Hier, am „Ende der Welt“, gibt es nur noch den Himmel, das Meer und den Wind. Es ist der schönste Punkt, um auf Formentera die Sonne aufgehen zu sehen.

Ein Freigeist wie Andy und das Ende der Welt — das gehört zusammen. Der Leuchtturm von La Mola, die Weite des Meeres, die Stille über den Klippen: Hier, am ruhigsten, schönsten Punkt seiner stillen Lieblingsinsel, ist er ganz nah. Man muss nur hinaufsteigen, in den Wind treten und hinausschauen.

Gut zu wissen

Lage
auf dem Hochplateau La Mola, ganz im Osten der Insel
Wahrzeichen
Leuchtturm Far de la Mola, 120 m über dem Meer
Markt
Hippiemarkt, Mi & So (Saison) — seit den 1980ern
Am schönsten
Sonnenaufgang am Leuchtturm — das Ende der Welt

Auf Andys Spur

Ein Freigeist wie Andy und das Ende der Welt — das gehört zusammen. Der Leuchtturm von La Mola, die Weite des Meeres, die Stille über den Klippen: Hier, am ruhigsten, schönsten Punkt seiner stillen Lieblingsinsel, ist er ganz nah. Man muss nur hinaufsteigen, in den Wind treten und hinausschauen.

Der Ausklang

Andy kehrte immer zurück

Andy hat diese Inseln nicht besucht — er hat sie gelebt. Er kannte ihre Gassen und ihre Buchten, ihre lauten Nächte und ihre stillen Morgen, ihre Menschen und ihre Geheimnisse. Er kam immer wieder zurück, aus Berlin, über das Meer, nach Hause. Und ein Stück von ihm ist für immer hier geblieben — in jedem Sonnenuntergang über Sant Antoni, in jeder Welle vor Ses Illetes, in jedem Café con Leche bei San Carlos.

Wenn du das nächste Mal die warme Inselluft atmest, die Sonne im Meer versinken siehst oder über das türkise Wasser nach Formentera fährst — dann denk an ihn. Denn genau hier, auf diesen beiden Inseln, war Andy am meisten er selbst. Lang lebe der König des ibizenkischen Tanzes.